Arbeiten in Australien – die Wichtigsten Informationen auf einen Blick

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Mit diesem Beitrag sammeln wir die wichtigsten Informationen zum Thema Arbeiten in Australien, damit du dir schnell einen Überblick machen kannst und bei der Arbeitssuche keine Fehler machst.

Das Thema ist sehr umfangreich, daher werden wir regelmäßig Artikel dazu auf unserer Facebook-Seite veröffentlichen. Wenn du Fragen dazu hast oder etwas ergänzen möchtest, freuen wir von dir in den Kommentaren zu hören.

Disclaimer: Wir schildern hier nur unsere eigenen Erfahrungen. Für professionellen Rat bezüglich Steuern, wende dich bitte an einen Steuerfachmann.

Jobsuche in Down Under

Generell solltest du bereit sein für einen Job in Australien mindestens 3 Monate zu bleiben bzw. dies so zumindest anzugeben. Wenn du vor hast weniger Zeit zu bleiben, wird die Jobsuche erheblich erschwert.

Auszahlung der Löhne

In Australien werden Lohnangaben in Bruttobeträge angegeben. Das heißt es werden von der Lohnangabe noch Steuern abgezogen.

In Australien werden Löhne in der Regel wöchentlich ausbezahlt, manchmal auch zwei-wöchentlich (fortnightly auf Englisch). Auch Kosten, wie z.B. die Miete, werden wöchentlich entrichtet.

Steuern in Australien

Working Holiday Makers bezahlen in Australien seit 1. Januar 2017 einen einheitlichen Steuersatz von 15%. Für Jobs nach dem 01.01.2017 erhalten Backpacker nicht mehr ihre Steuern zurück.

Früher sprach man davon, dass Backpacker keine Steuern bezahlten, da Backpacker als „Resident for Australian Tax Purposes“ eingestuft wurden und daher ein Steuerfreibetrag von jährlich 18.200 AUD galt. Wer weniger verdiente, musste praktisch keine Steuern bezahlen.

Bereits bezahlte Steuern wurden also vollkommen zurückerstattet, sofern man diesen Betrag nicht überschritten hat (was kaum möglich war, sofern man etwas reist). Allerdings haben längst nicht alle Backpacker ihre Steuern zurück erhalten, da bestimmte Kriterien dafür galten. Wurde man nicht als “Resident for Australian Tax Purposes” eingestuft, galt ein Steuersatz von 32,5%.

Wäre dieses Gesetz streng ausgelegt worden, dann hätte eigentlich fast kein Backpacker Anspruch auf eine Steuerrückerstattung. Ein Travelgott musste das auf die harte Tour feststellen, als ihm 3,500 AUD an Steuern vom Australian Taxation Office nicht erstattet wurden.

Das Steuerjahr läuft in Australien vom 1. Juli bis 30. Juni und Steuern werden innerhalb diesen Zeitraum abgerechnet.

WICHTIG: Tipps zur neuen Steuer-Regelung

Für Arbeiten bis zum 31.12.2016 kannst du immer noch deine Steuern zurückverlangen. Auch wenn du Australien erst nach diesem Datum verlässt, erhältst du deine Steuern bis zu diesem Zeitpunkt zurück erstattet.

Taxback ist der geeignete Partner für Backpacker, um seine Steuern in voller Höhe erstattet zu bekommen.

Taxback hat uns außerdem informiert, dass die neue 15%-Regelung nur greift, wenn der Arbeitgeber als “Backpacker-Employer” registriert ist und seine Angestellten zu Arbeitsbeginn als Backpacker anmeldet.

Es ist davon auszugehen, dass viele Unternehmen dies nicht machen werden. Das wiederum bedeutet für Backpacker, dass sie nach der alten Regelung besteuert werden und somit berechtigt sind eine Erstattung zu erhalten.

Superannuation – Pensionsvorsorge in Australien

Arbeitgeber sind verpflichtet 9,5% an Superannuation (Pensionsvorsorge) zusätzlich zum Gehalt einzuzahlen, wenn man mehr als $450 pro Monat verdient. Wenn du Australien verlässt, kannst du diesen Betrag zurück verlangen, da du deine Pension ja nicht in Australien erhalten wirst.

Achtung: Ab 1. Juli werden dafür satte 65% an Steuern abgezogen, wenn die Superannuation frühzeitig ausbezahlt wird. Wenn du Australien zuvor verlässt und die Superannuation noch vor Juli zurück verlangst, werden nur 38% an Steuern abgezogen.

Der Prozentsatz der Superannuation wird bis zum 30. Juni 2021 9,5% betragen. Danach wird er jährlich bis 2025 um 0,5% erhöht, bis 12% erreicht sind.

Hier findest du alle Informationen zur Superannuation und wie du diese zurück verlangen kannst.

Medicare

Das öffentliche Gesundheitssystem wird in Australien Medicare genannt. Bürger aus dem Vereinigten Königreich, Schweden, Niederlande, Belgien, Finnland, Norwegen, Slovenien, Malta, Italien, Irland und Neuseeland haben auch limitierten Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem. Deutschland und Österreich sind in dieser Liste nicht dabei.

Daher müssen Staatsbürger aus diesen Ländern auch die Gesunheitsabgabe (Medicare Levy) leisten, wenn sie in Australien arbeiten. Zurzeit entspricht diese 2% vom versteuerbaren Einkommen, sofern man nicht mehr als $21.335 verdient.

Mindestlohn – Minimum Wage

In Australien gilt einen Mindestlohn, den ein Angestellter pro Stunden mindestens erhalten muss. Achtung: Dies gilt nicht, wenn man „on contract“, also leistungsgerecht bezahlt wird.

Bei diesem Modell zählt ausschließlich das Ergebnis der geleisteten Arbeit. Daher lässt sich mit dieser Bezahlung der Mindestlohn umgehen.

Wie hoch ist der Mindestlohn in Australien?

Zurzeit beträgt der absolute Mindestlohn in Australien $17,70 pro Stunde oder $672,70 pro 38-Stunden-Woche. WICHTIG: Angestellte, welche als „Casual“ angestellt sind, erhalten 25% mehr. Pro Stunde beträgt der Mindestlohn für diese also $22,13.

Der endgültige Mindestlohn variiert jedoch je nach Branche, Einstufung und Alter. Hier eine Auflistung je nach Alter:

  • >20 Jahre – 97,7% – $17,29
  • 19 Jahre – 82,5% – $14,60
  • 18 Jahre – 68,3% – $12,09
  • 17 Jahre – 57,8% – $10,23
  • 16 Jahre – 47,3% – $8,37
  • <16 Jahre – 36,8% – $6,51

Der Mindestlohn wird in Australien jährlich von der Regierung angepasst und tritt jeweils am 1. Juli in Kraft.

Du kannst deinen genauen Minimum-Lohn hier berechnen.

Tax File Number

Die Tax File Number solltest du sofort nach Ankunft in Australien beantragen. Fängst du eine Arbeit an, ohne eine australische Steuernummer zu haben, werden von deinem Lohn 50% Steuern abgezogen.

Erst mit dieser Steuernummer fallen seit 2017 nur noch 15% an Steuern an. Für die TFN kannst du erst ansuchen, wenn du in Australien eingereist bist. Hier zeigen wir dir, wie es geht.

Was ist ein “Casual” Arbeitsverhältnis?

Backpacker werden in der Regel als „Casual“ angestellt. Das heißt, dass man auch nur auf Stundenbasis arbeiten kann, keine Kündigungsfrist hat und im Krankheitsfall keinen Gehalt erhält. Allerdings bekommt man auch mehr an Mindestlohn.

Bezahlt wird man dabei auf Stundenbasis (hourly rate) oder nach Leistung (on contract) bezahlt.

Bezahlung auf Stundenbasis (hourly pay)

Auf Stundenbasis werden die meisten Backpacker bezahlt, besonders in der Gastronomie, Hotels und oft auch auf Farmen.

Bei Bezahlung auf Stundenbasis solltest du darauf achten, dass du genügend Stunden erhältst. Auf Farmen ist dies in der Regel kein Problem, da man dort auch oft mehr als 8 Stunden täglich arbeitet.

In der Gastronomie kann dies eher zum Problem werden. Oft werden die geleisteten Arbeitsstunden dem Bedarf angepasst, das heißt, dass man unter Umständen nur zu Stoßzeiten arbeitet.

Leistungsgerechte Bezahlung (on contract)

Auf Farmen wird man oft leistungsgerecht bezahlt. Das heißt je besser deine Arbeitsleistung, desto höher auch dein Lohn. Dieses Arbeitsverhältnis wird „on contract“ genannt.

Bezahlt wird man dabei z.B. „per bin“: Für jede Kiste geerntete Früchte/Gemüse, erhält man einen bestimmten Summe. Das heißt, je mehr Kisten du in einer Stunde erntest, desto höher ist auch dein effektiver Stundenlohn.

Laut Gesetz sollte man bei dieser Form der Bezahlung ca. 10% mehr Geld verdienen können, als in einem anderen Angestelltenverhältnis. Diese Formulierung ist aber sehr schwammig und wird besonders von Farmern oft zu ihren eigenen Gunsten ausgelegt, da sie diesbezüglich ohnehin nicht kontrolliert wird.

Auf vielen Farmen bekommen Backpacker mit dieser Methode einen sehr geringen Verdienst und haben keine realistische Möglichkeit auf einen normalen Stundenlohn zu kommen. Deshalb ist diese Bezahlmethode unter Backpacker in Verruf geraten.

Allerdings gibt es immer noch Farmen, bei denen man mit dieser Bezahlung weit mehr verdienen kann, als der gesetzliche Stundenlohn. Dafür muss man aber natürlich entsprechend gut arbeiten und in der Regel braucht man ein paar Tage, um den Job richtig zu erlernen (z.B. um ein Gefühl zu entwickeln, wie eine bestimmte Frucht geerntet wird).

Arbeitsverhältnis kündigen – was ist zu beachten?

Work and Travellers werden normalerweise als „Casuals“ eingestellt. Das heißt, dass man nicht bzw. nur weniger arbeiten kann, wenn z.B. auf einer Farm grad nichts zu tun ist, oder es regnet und die Früchte nicht geerntet werden können. Auch im Krankheitsfall ist man nicht abgesichert. Deshalb erhält man als Casual auch 25% mehr Mindestlohn.

Man kann auch ohne Kündigungsfrist entlassen werden. Allerdings kannst du auch selbst kündigen: Gefällt dir eine Arbeit nicht, oder du hast ein besseres Angebot, kannst du von heute auf morgen kündigen. So verdient man auch schnell mal 2-3 Dollar pro Stunde mehr.

Probleme bei Kündigungen

Work and Travellers, welche ihren Abgang längere Zeit im Voraus angekündigt haben, sind auch auf Probleme gestoßen. Es kam bereits vor, dass der Arbeitgeber in diesem Fall sofort gekündigt hat und neue Mitarbeiter eingestellt hat.

Gar nicht so selten passiert, dass der Arbeitgeber bei einer Kündigung den ausstehenden Lohn nicht ausbezahlt. Sollte dir das passieren, wende dich unbedingt an Fair Work Obumdsman, da dies natürlich illegal ist.

Um diese Komplikationen zu vermeiden, haben Backpacker bereits die wildesten Geschichten erfunden, um ihren Abgang zu begründen. Manchmal verschwindet man auch einfach von heute auf morgen, sobald der letzte Wochenlohn auf dem Konto ist.

Wir raten dir deinen Chef und deine Situation so gut wie möglich einzuschätzen, um Probleme dieser Art zu vermeiden.

Beschwerde gegen Arbeitgeber einreichen

Du hast jederzeit die Möglichkeit eine Beschwerde gegen deinen Arbeitgeber einzureichen, wenn du glaubst, dass dieser bei der Bezahlung oder mit der Behandlung der Arbeitnehmer gegen Gesetze verstoßt.

Missachtet dein Arbeitgeber australische Gesetze, kannst du dies bei Fair Work Ombudsman melden. Diese werden helfen eine Lösung für deinen Fall zu finden und wenn notwendig rechtliche Schritte gegen den Arbeitgeber einleiten.

Am Ende der Seite findest du ein Formular zum Download, welches du ausfüllen und an Fair Work schicken musst, um eine Beschwerde einzubringen. Für Fragen kannst du Fair Work jederzeit telefonisch erreichen.

Tipp: Arbeite so lange wie möglich, wenn du einen guten Job hast!

Wenn du eine Farm gefunden hast, bei der du gutes Geld verdienst und nicht ungern zur Arbeit gehst, empfehlen wir dort so lange wie möglich zu bleiben und Geld zu verdienen. Es ist nämlich leicht möglich, dass du in klammen Zeiten nicht auf Anhieb einen Job findest bzw. einen gut bezahlten Job.

Generell ist Farmarbeit eine gute Option schnelles Geld zu verdienen, da man oft die Möglichkeit hat sehr viele Stunden zu machen oder auch über das Wochenende zu arbeiten. Wenn ihr das möchtet, lohnt es sich mit dem Farmer darüber zu sprechen.

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